Eva Ruhland - Media Artist

Konzept zu "Harte Arbeit "

2003

       
 
 

Lex - Lexikon des Lachens, 2001 in: Fun Factory

Interaktive Computerarbeit mit Lichtdraht-Quader, Beamer-Projektion und Rechnereinheit. Fun Factory (Einzelausstellung), Galerie Quinque-Wessels, Berlin

 

Fun Factory, 2000/01 in: Fun Factory

Fotoarbeit (Lenticular-Lense-C-Print, 217 x 80 cm)

 

information & exclamation, 2000/01 in Fun Factory

Video-Wärmeskulpturen: Steppstoff, Plexiglas, Leuchtstoffmittel, Monitore, Recorder

   

 

Fun Factory

Die digitale Interaktion "Lex - Lexikon des Lachens" (Lichtdraht-Quader, Beamer-Projektion und Rechnereinheit) liefert ein Inventar von Wörtern zum Begriffsfeld "Spass", das per Besucher-Abfrage Definitionen und Umdeutungen bietet: Animationen, Videos, Fotos und Texte. Spassfaktor Y = Spassgenerator + X.

Der leitmotivische Titel der Fotoarbeit "Das Millionen Dollar Projekt" bezieht sich auf den ähnlich lautenden Film von Wim Wenders: "The Million Dollar Hotel", mit Mel Gibbson in einer der Hauptrollen. Aufnahmeort der gezeigten Fotografien ist damit Los Angeles 1999 (Fun Factory Hollywood - die Spaßfabrik), der origiale Drehort des Wenders-Films. Die Fotoarbeit wurde in einem neuen, experimentellen Vefahren hergestellt. Das Material der Fotoplatte besteht aus einem Computerprint hinter einer Lenticular-Lense-Platte mit winzigen Linsen. Je nach Standpunkt des Betrachters zeigt diese "photographie vivante" - durch den Sichtwinkel auf die Linsen - unterschiedliche Motive. Im Vorüberschreiten ergibt sich durch den perpetuellen Wechsel fast der Eindruck eines Films.

Die Fotoarbeit setzt sich aus drei Motiven zusammen, die übereinander gelegt sind. Je nach Position des Beschauers ergibt sich die bevorzugte Abbildung eines der drei Motive beziehungsweise eine ständig variable Überlagerung. Die drei fotografischen Zustände ergeben die Geschichte eines Gebäudes in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Schauplatz vor der Kulisse von L.A. ist ein ehemaliger Hotelkomplex, dessen Dachterrasse den Drehort des Wenders-Film vorspielt. Oben sieht man das Hotel Bristol in seinem vormaligen Zustand des desolaten, ausrangierten Luxushotels. Unten erfährt man die mythische und wirtschaftliche Aufladung des Orts durch die Dreharbeiten zu einem Film, dessen Story erst später bekannt wird: versehen mit dem computergenerierten Leuchtdisplay "Fun Factory" als dem gewinnträchtigen Hollywood-Erfolgsrezept zur Fun Gesellschaft. In der Mitte befindet sich die dokumentarische, collagierte Gegenwart der Aufnahmesituation mit dem Hotel-Interieur des Voyeurs/der Fotografin mit dem Blick auf die Szenerie. Das Motto "Das Millionen Dollar Projekt" bildet den übergreifenden Hypertext zum Thema.

Die beiden Wärmeskulpturen des "Terminal" "i" und "!" (Material: Holz, Isolierstoff, Monitore/Videos) bestehen aus konkreten, geometrischen Formen. Es sind rechteckige Kuben, die zugleich die Ansichten der beiden Icons (information & exclamation) ergeben. Deren "Punkt"-Zeichen beinhalten Monitore mit Videos von Textsequenzen und Bildelementen, die wie LED-Anzeigen über den Bildschirm laufen und den Betrachter direkt ansprechen.