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Harte
Arbeit (dialogisch)
Fotoinstallationen,
Stabile, Schrift, Video
Galerie
FOE 156, München, 2003
Bildnerisches
zu Strategie und Taktik im ständigen Kampf um den möglichen
Dialog zeigt die "Galerie FOE 156" mit neuen Arbeiten
der Medienkünstlerin Eva Ruhland. Ausgelotet werden Möglichkeiten
der Kommunikation, die von der Kunstrezeption bis hin zum Kampfgebaren,
von der Einfühlung bis hin zum Schlagabtausch reichen können.
Die
Textarbeit "The other ain't always another" empfängt
den Besucher und wirft die Frage nach Selbst- und Fremdbild auf.
Weiter kann man Felder eines Schachbretts betreten, die dialogische
Aspekte des Kunstmachens mit Performance-Fotos der Künstlerin
zeigen. Ein "Stabile" von Speer und Säbel hält
sich im künstlichen Gleichgewicht des "Waffenstillstands".
Verteilt
über den Ausstellungsraum lädt "interaktives"
textuelles Gästebuch den Besucher ein, seine eigene Rolle im
Ausstellungskontext zu markieren. Etwa als:
Gegner/in,
Mitspieler/in, Kamerad/in, Feind/in, Genoss/e/in, Opfer, Freund/in,
Täter/in, Mitwisser/in, Nutznießer/in, Produzent/in,
Spielgefährt/e/in, Schläfer/in, Galerist/in, Traditionalist/in,
Revolutionär/in, Verräter/in, Verteidiger/in, Aggressor/in,
Taktiker/in, Systemtheoretiker/in, Idiosynkrat/in, Pflichtbesucher/in,
Semiotiker/in usw.
Die
16teilige Fotoarbeit stellt den Ausschnitt eines Schachbretts vor.
Statt der gesamten 64 Felder des Spiels zeigt sie jedoch nur ein
Viertel, das - je nach Raumsituation - vollkommen variabel anzuordnen
ist. Die Motive beziehen sich auf die Tätigkeit des "Kunstmachens"
selbst: Performancefotos der Künstlerin, von oben fotografiert,
zeigen zeitgenössische Aspekte des/ihres Tätigkeits-Felds.
Aufgeladen durch allegorische Anspielungen und Symbole, sowie auch
durch die gebotene Perspektive, gehen die Bilder nicht nur ein Wechselspiel
untereinander ein, sondern beginnen auch den changierenden Dialog
mit dem Betrachter. Fragen nach den Möglichkeiten der Kommunikation,
nach Strategie und Taktik lassen ein amüsantes, "mit Näglein
bestecktes" Spiel entstehen. Die Foto-Felder sind mit einer
begehbaren und wasserfesten Folie laminiert. Der Besucher vermag
beim eventuellen Betreten somit selbst Teil der "Performance"
zu werden, die sich sonst oft nur im Verborgenen abspielt. Erfahrungsgemäß
wird diese Schwelle des Betretens aus möglichen Gründen
der gelernten Unantastbarkeit eines Werks sowie auch wegen psychologischer
Komponenten nur äußerst selten überschritten.
Eine
optimale Abstimmung möglicher Kommunikation formuliert sich
letztendlich in den Regeln des vorgeführten Kung-Fu-Videos:
einer perspektivischen Projektion, die sich fortsetzt in einer Doppel-Diaserie,
welche das Gebaren zweier Kung-Fu-Gegner mit wechselnden Positionen
und Seiten zeigt. Die Aspekte ihres Handelns sind nur erahnbar.
Aktion und Reaktion geraten durch Zeitlupe und Projektionsgröße
der Gegner aus dem Lot. Eben diese Nachvollziehbarkeit bewirkt die
Entgleisung des Kontexts.
Das
chinesische "Gong-Fu" bedeutet "Harte Arbeit"
und bezieht sich in der Geschichte neben dem Überlebenskampf
u. a. auch auf die Bildende Kunst. Regeln und Taktiken im Kampf
(um Produktions- und Rezeptionsbedingungen von Kunst) werfen aber
auch die Frage nach Umgang und Einhaltung in aktuellen politischen
Verfahrensweisen auf - etwa im Tanz ums goldene Öl.
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