Alchemilla

3. Biennale der Künstler im Haus der Kunst München:

Faktor X

2017

 

Installation mit zwei Nerzpelzen, zwei C-Prints, zwei Elektromotoren und Bewegungsmelder, MDF-Kubus, 50 x 50 x 45 cm

 

Nähert man sich der Installation, beginnen sich die beiden Pelztiere mit leisem Schnurren ganz sanft zu bewegen. Sie erwecken den Eindruck, als würden sie im Schlaf atmen.

 

Per Besucher quasi reanimiert, hat Eva Ruhland den gezüchteten Nerzen eines geerbten Pelzmantels ein "Denk-Mal" gesetzt, indem sie "den Mantel teilte". Ein Topos, der an die Geste Sankt Martins gemahnt.

 

Die beiden Fotos an den Wänden des Kubus zeigen Details des zerschlissenen Mantels auf nackter Haut. Zum einen als Verkehrung eines zweifelhaften und überkommenen Prunk- und Schmuckauftritts, zum anderen als Reminiszenz an den ursprünglichen, archaischen Impetus des Menschen, sich per Pelz gegen Kälte zu wappnen - fernab der vom Konsum bestimmten Massentierzüchtung.

 

Alchemilla (Frauenmantel, auch Liebfrauenmantel) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der Name rührt daher, dass die Blätter dem wehenden Mantel Marias ähneln. Die Vermehrung der Pflanze geschieht agamosperm durch Teilung.

 

 

 

 

 

 

Foto rechts unten: Susanne Hesping